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Die wasserdichte Kamera!

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Das Filmen mit einer Videokamera in der freien Natur ist bei feuchter Witterung nur eingeschränkt möglich. Dringt Regenwasser in die Kamera, kann dies zu Schäden am Gerät oder Störungen bei der Aufnahme führen. Bereits Temperaturschwanken führen oft zur Kondenswasserbildung im Gerät und bewirken einen Aufnahmestop. Auch feiner Sand vom Badestrand ist für die Videokamera tödlich. Normale Fotoapparate sind oft schon ausreichend vor diesen Einflüssen geschützt. Doch wassergeschützte oder wasserdichte Kameras sind nur als Sonderanfertigung oder als Profiausrüstung erhältlich. Der Preis für solche Geräte liegt weit über dem Anschaffungspreis einer vergleichbaren Hobbykamera.

 

Ich habe mir `98, anlässlich einer Kajaktour in Schweden, einen wasserdichten Schutz für eine SONY CCD - TR620E Handycam gebaut. Ich habe den Schutz beim Filmen auf dem Wasser benutz, um unsere Exkursion, welche von der Universität Greifswald organisiert wurde, zu dokumentieren. Die Kamera befand sich während der Fahrt mit dem Kajak in einer Schutzhülle. Sie lag auf dem Boden des Bootes in einer mehr oder weniger großen Wasserpfütze. Zum Filmen musste ich nur den Einschalter an der Kamera durch die Hülle hindurch drücken und schon ging’s los. 

Die Hülle besteht nämlich aus einer schwarzen 1 mm starken PVC-Folie. Vorn ist eine Glasscheibe(a)eingesetzt, die das Filmen erlaubt. Neben der Scheibe befindet sich das Außenmikrofon(c). Hinten befindet sich eine klare runde Scheibe aus PVC-Folie für den Sucher(b). Eine weitere längliche Scheibe aus klarer PVC-Folie ist an der Seite der Hülle, die einen Blick auf die LCD-Anzeige der Kamera und deren Bedienelemente ermöglicht(d). Ich hielt also die Kamera in der Hülle -wie eine Kamera ohne Hülle- in meiner rechten Hand. Ich benötige nur eine Hand zum festhalten. Das ist durch einen Trageriemen möglich, wie er auch selbst an der Kamera ist. Der Clou ist, dass der Trageriemen selbst das wasserdichte Verschluss-System ist(e). Mit meiner Kamerahülle ist es sogar möglich, Unterwasseraufnahmen von der Oberfläche aus zu machen, weil sie absolut dicht ist. Das kann man vor Beginn der Aufnahme gut testen. Man muss die Hülle ohne Kamera verschließen und zusammendrücken. Sie darf keine Luft verlieren. Tiefer sollte man nicht gehen, weil der Außendruck auf die Hülle zu groß wird. Die Struktur der Hülle oder die Kamera könnten Schaden erleiden!

An der Kamera bedarf es selbst keiner Veränderung. Es wird lediglich das Kabel für das Außenmikrofon in die entsprechende Buchse gesteckt. Außerdem befindet sich in der Hülle unter der Kamera ein Silikat-Gelpack, welches jegliches Wasserkondensat auffängt. Dadurch hat die Kamera stets ein gleiches trockenes Klima in der Hülle, unabhängig von der Außentemperatur. Als Material verwendet man 1 mm starke, schwarze PVC-Teichfolie aus jedem Baumarkt; Klare PVC-Folie z. B. aus einem Plastik Reparaturkit für Luftmatratzen; Moosgummiunterlagen z. B. aus dem Marktkauf Baumarkt; eine PVC-weich-Fußleiste z.B. aus dem OBI Baumarkt; Kopfhörerstecker, Kondensatormikrofonkapsel, abgeschirmtes dünnes Mikrofonkabel z. B. von Conrad zu bestellen oder bei Super - Electronic A-Z zu kaufen; Gürteltaschenschnellverschluss; PVC-Spezial-Teichfolien-Kleber, PVC-Kaltschweißpaste(W. Müller Typ C) oder PVC Flüssigfolie, Kontaktkleber, ein paar Nieten aus jedem Baumarkt; Silikat-Gelpack z. B. aus einer Computerverpackung. Zur Kennzeichnung von Bedienelementen auf der Hülle, kann man mit Abtönpaste und Teichfolien-Kleber eine abriebfeste Farbe herstellen. Als Werkzeug benötigt man noch ein so genanntes „Heißmesser“ zum Verschweißen von PVC. Ein 30 W Lötkolben mit einer flachen Messerspitze müsste es auch tun. 

 

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Im wesentlichen wird die Hülle aus drei Teilen thermisch zusammengeschweißt und auch innen und außen verschweißt. Nähte werden mit PVC-Kleber und Flüssigfolie versiegelt. Das Objektivglas wird in einem Rahmen aus Moosgummi geklebt. Das Moosgummi wird mit einem Trick auf die Objektivöffnung der Hülle geklebt. Das Außenmikrofon wird ebenfalls in Moosgummi gebettet und neben dem Objektivglas angebracht. Die Hülle umschließt die Kamera, unten ist sie offen. An der Unterseite wird ein längliches PVC-Teil geklebt, welches den Verschluss nach dem Prinzip des „Rollsacks“ bildet.

Die Videoaufnahme wird durch die Hülle und die zusätzliche Glasscheibe nicht beeinträchtigt. Bei der Audioaufnahme kann es zu einer geringen Geräuschbeeinträchtigung kommen. Diese wird durch „Knittergeräusche“ der PVC-Folie verursacht, wenn beim Filmen die Hülle stark gedrückt wird. Das Anfertigen einer Hülle ist auch für andere Kameras möglich. Sie wird entsprechend nach den Außenmaßen und den Bedienelementen der Kamera angefertigt. Wie man sieht, lassen sich alle Werkstoffe leicht besorgen. PVC-Folie hat den Vorteil, dass sie nicht Falten wirft, leicht thermisch und chemisch schweißbar ist, insbesondere gut klebbar ist und besonders gut hält. So das war’s erst einmal, Interesse?

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